KI-Vorkorrektur: Wie behalte ich als Lehrkraft die Kontrolle?
Veröffentlicht am 23. Oktober 2026
Sie behalten bei einer KI-Vorkorrektur die Kontrolle, wenn Sie drei Dinge selbst festlegen: das Bewertungsraster, die Einstellungen für Strenge und Ton und die endgültige Note. Die KI liefert einen begründeten Vorschlag und spart Ihnen das erste Durchlesen; beurteilen, gewichten und entscheiden tun weiterhin Sie.
Was ist eine KI-Vorkorrektur überhaupt?
Gemeint ist ein erster Korrekturdurchgang, den ein KI-Werkzeug übernimmt: Es liest die Arbeit, ordnet sie den Kriterien Ihres Rasters zu, markiert Stellen im Text und schlägt Punkte und eine Note vor. Anschließend sehen Sie sich das Ergebnis an, so wie Sie die Anmerkungen einer Kollegin bei einer Zweitkorrektur lesen würden: aufmerksam, aber mit eigenem Urteil.
Das eignet sich besonders für Hausübungen und Übungstexte, bei denen schnelles, ausführliches Feedback mehr bringt als eine perfekt abgewogene Note. Bei Schularbeiten und anderen Leistungsfeststellungen gelten die Vorgaben Ihrer Schule; dort sollte die Verantwortung für die Beurteilung ohnehin eindeutig bei Ihnen bleiben.
Welche Entscheidungen sollte ich nie abgeben?
Einige Dinge gehören in die Hand der Lehrkraft, egal wie gut ein Werkzeug arbeitet:
- Was bewertet wird. Die Kriterien und ihre Gewichtung kommen von Ihnen, nicht aus einer Vorlage, die Sie ungeprüft übernehmen.
- Die Endnote. Ein Vorschlag ist ein Vorschlag. Sie kennen die Klasse, die Vorgeschichte und den Kontext einer Arbeit.
- Der Umgang mit Verdachtsfällen. Eine Einschätzung, ob ein Text von einer KI stammt, ist kein Beweis. Sie ist bestenfalls Anlass für ein Gespräch mit der Schülerin oder dem Schüler.
- Was die Schüler sehen. Ob eine Note sofort angezeigt wird oder zuerst nur Feedback, ist eine pädagogische Entscheidung.
Wie stelle ich das Werkzeug so ein, dass es zu meinem Unterricht passt?
Die meisten Fehlurteile entstehen nicht durch die KI selbst, sondern durch unklare Vorgaben. Ein paar Punkte helfen:
- Kriterien konkret formulieren. "Inhalt" ist zu vage. "Die Stellungnahme nennt mindestens zwei Argumente mit Beispiel" lässt sich prüfen.
- Strenge bewusst wählen. Bei einer ersten Übung zu einer neuen Textsorte ist eine nachsichtige Bewertung oft sinnvoller als eine strenge.
- Den Ton an die Klasse anpassen. Jüngere Schüler profitieren meist von ermutigendem Feedback; in der Oberstufe kann ein direkter Ton angemessen sein.
- Eigene Hinweise ergänzen. Schreiben Sie dazu, was Ihnen in dieser Aufgabe wichtig ist, etwa "Rechtschreibfehler nur zählen, wenn sie das Verständnis stören".
- Stichproben ernst nehmen. Lesen Sie zu Beginn einige Arbeiten vollständig selbst und vergleichen Sie mit dem Vorschlag. So sehen Sie schnell, ob Raster oder Einstellungen nachgeschärft werden müssen.
Wie läuft das mit Korektor ab?
Korektor ist eine Web-App, die schriftliche Arbeiten mit KI nach Ihrem eigenen Bewertungsraster korrigiert. Es ist keine Rechtschreibprüfung, sondern bewertet jedes Kriterium einzeln und begründet die Punkte.
- Legen Sie die Aufgabe aus einer Vorlage (naturwissenschaftliches Protokoll, Aufsatz, argumentativer Text) oder neu an: Titel, Aufgabenstellung, Wortumfang, Abgabetermin, Kriterien mit Punkten.
- Wählen Sie die Strenge (nachsichtig, ausgewogen, streng) und den Feedback-Ton (ermutigend, neutral, direkt).
- Bestimmen Sie, was geprüft wird: Kommentare am Text, Rechtschreibung und Zeichensetzung, Fachwortschatz, Quellen, Bilder und Zeichnungen sowie eine Einschätzung KI-geschriebener Texte. Ergänzen Sie eigene Hinweise für die Korrektur.
- Legen Sie fest, was die Schüler sehen: Note ja oder nein, KI-Einschätzung ja oder nein. Standardmäßig sieht nur die Lehrkraft die KI-Einschätzung.
- Teilen Sie den Link. Die Schüler brauchen kein Konto: Sie tippen ihren Namen und laden Word, PDF, PowerPoint, ODT, reinen Text oder bis zu 8 Fotos einer handschriftlichen Hausübung hoch oder fügen den Text ein.
- Nach etwa 20 bis 60 Sekunden liegt der Vorschlag vor: Note, Zusammenfassung, Punkte und Kommentar pro Kriterium, nummerierte Anmerkungen in Rot, Stärken, Verbesserungsvorschläge und eine Tabelle zu Rechtschreibung und Zeichensetzung.
- Unter "Eingereichte Arbeiten" prüfen Sie jede Abgabe, laden die Originaldatei herunter und ändern die Note, wo Sie anders urteilen.
Wie wird die Note von 1 bis 5 berechnet?
In Österreich reicht die Notenskala von 1 (Sehr gut) über 2 (Gut), 3 (Befriedigend) und 4 (Genügend) bis 5 (Nicht genügend). Korektor summiert die Punkte Ihrer Kriterien und rechnet sie ungefähr proportional in diese Skala um. Das ist ausdrücklich ein Vorschlag: Sie passen die Endnote an, wenn Ihr Urteil oder die Vorgaben Ihrer Schule etwas anderes ergeben. Statt einer Note kann auch ein Prozentwert angezeigt werden.
Was kostet es?
Die ersten 3 Korrekturen sind ohne Konto kostenlos, ein kostenloses Konto bringt 3 weitere. Danach gibt es Pakete: 30 Korrekturen für 5 €, 100 für 14 € und 300 für 36 €, ohne Ablaufdatum. Die Daten liegen bei Cloudflare in der EU, ohne Werbung und ohne Datenverkauf. Wenn Sie ausprobieren möchten, wie gut ein Vorschlag zu Ihrem eigenen Urteil passt, können Sie eine Hausübung mit Korektor vorkorrigieren lassen und die Ergebnisse mit Ihrer Korrektur vergleichen.
Häufige Fragen
Darf die KI die Note allein vergeben?
Bei Korektor nicht: Die KI macht einen Vorschlag nach Ihrem Bewertungsraster, Sie sehen jede Abgabe und können die Note ändern. Das letzte Wort hat immer die Lehrkraft.
Wie rechnet Korektor in die Notenskala von 1 bis 5 um?
Korektor summiert die Punkte aller Kriterien und rechnet sie ungefähr proportional in die Skala von 1 (Sehr gut) bis 5 (Nicht genügend) um. Sie können die Endnote anpassen.
Sehen die Schülerinnen und Schüler die Note sofort?
Nur wenn Sie das wollen. Sie können die Note ausblenden, sodass zuerst nur das Feedback angezeigt wird.
Wo werden die Arbeiten gespeichert?
Bei Cloudflare in der Europäischen Union. Es gibt keine Werbung, und Daten werden nicht verkauft.